Das Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg (DZOK) in Ulm beschäftigt sich mit dem Nationalsozialismus in der Region Ulm/Neu-Ulm und betreibt die KZ-Gedenkstätte Oberer Kuhberg.
– Was? In Ulm gab es ein KZ? Ja!
Von 1933-35 wurden politische Gegner des NS-Regimes in der Festungsanlage Fort Oberer Kuhberg inhaftiert, gedemütigt und gebrochen. Das „Fort Oberer Kuhberg“ ist ein Teil der Bundesfestung Ulm. Im November 1933, dem Jahr der Machtergreifung, wurde es zum KZ des Landes Württemberg, offiziell genannt „Schutzhaftlager Ulm/Donau“. Die Funktion dieses frühen KZs bestand darin, die politischen Gegner durch Terror zu brechen und die Bevölkerung einzuschüchtern. Es war ein Vorläufer der späteren Konzentrations- und Vernichtungslager wie z.B. Buchenwald oder Auschwitz. Etwa 600 Häftlinge, darunter hauptsächlich Sozialdemokraten und Kommunisten, sowie 3 katholische Pfarrer waren unter unmenschlichen Bedingungen eingesperrt. Nach der Auflösung des Lagers im Juli 1935 kamen die verbliebenen Häftlinge ins KZ Dachau.
Die Jugendgruppe des DZOK, genannt dzokkis, führt durch die Gedenkstätte, welche an jene Demütigungen erinnert, und liefert Beiträge zu verschiedenen Projekten, die sich mit der Thematik des Nationalsozialismus beschäftigen. Ob mit Spurensuchen oder Kunstperformances, die dzokkis sind bei vielen Veranstaltungen des DZOK dabei.
Wir, die dzokkis, sehen uns in der Pflicht, an die schrecklichen Taten des Nationalsozialismus zu erinnern. Gerade jetzt, wenn die direkte Nachfolgegeneration und die Zeitzeugen verschwinden. Wir wollen durch unsere Arbeit erreichen, dass nie wieder solche oder ähnliche Taten begangen werden und uns ins Gedächtnis rufen, wozu Menschen fähig sein können.
Vorausdenken! Nachdenken! Gedenken!
Weitere Informationen und Anmeldungen für Führungen:
Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg, Ulm, e.V. KZ-Gedenkstätte
Postfach 2066
89010 Ulm
Tel.: 0731/21312
E-Mail: info[ät]dzok-ulm.de
Homepage: www.dzok-ulm.de